Warum benoetigen DTG-Drucker einen weissen Unterdruck auf dunklen Shirts?
Die einfache Wahrheit ist: CMYK-Tinten sind transparent, nicht deckend. Wenn Sie mit einem gelben Textmarker auf weisses Papier zeichnen, leuchtet das Gelb. Auf schwarzem Papier ist die gelbe Linie kaum sichtbar, weil der dunkle Grund das Licht verschluckt.
In diesem Leitfaden erklaeren wir die physikalischen und chemischen Gruende, warum ein weisser Unterdruck fuer den DTG-Druck auf dunkler Kleidung unverzichtbar ist.
Die Physik der Farben: Subtraktive CMYK-Farbmischung
Der Druck arbeitet nach dem subtraktiven Farbmodell (CMYK), das vollstaendig auf reflektiertem Umgebungslicht basiert:
Das weisse Licht durchdringt die transparente CMYK-Tinte, wird von der weissen Faser reflektiert und gelangt als reines Farbsignal in unser Auge.
Dunkle Stoffe absorbieren nahezu 100% des sichtbaren Lichts. Transparente CMYK-Tinte direkt auf schwarzem Stoff erscheint dunkel und kontrastlos.
Weisse DTG-Tinte enthaelt mikroskopische Titandioxidpartikel mit extrem hohem Brechungsindex, die eine deckende weisse Reflexionsschicht erzeugen.
Optischer Vergleich: Mit vs. Ohne weissen Unterdruck
Der Unterschied zwischen Drucken mit und ohne weissen Unterdruck wird im folgenden Diagramm verdeutlicht:
Lichtreflexions- und Absorptionsdiagramm
Wie RIP-Software den weissen Unterdruckkanal berechnet
Moderne RIP-Software berechnet die weisse Tintenmenge pixelgenau:
1. 100% vollflaechige Weissschicht
Fuer leuchtendes Gelb, weissen Text und Neonakzente wird volle 100% weisse Deckkraft aufgetragen.
2. Halbtonabstufungen in Schattenbereichen
Unter tiefem Dunkelgruen oder Schatten wird die Weisstinte auf 30%–60% reduziert, um kreidige Effekte zu vermeiden.
3. Black Shirt Knockout (Tinteneinsparung)
Reine Schwarzbereiche des Motivs werden ausgespart, sodass der schwarze Stoff selbst als Schatten dient. Das spart 20%–40% Weisstinte.
4. White Choke (Weissschrumpfung)
Die weisse Unterlage wird um 1–3 Pixel nach innen verkleinert, damit keine weissen Raender unter dem Farbmotiv hervorblitzen.
Vergleich der Weissschicht bei verschiedenen Druckverfahren
| Druckverfahren | Weissschicht-Technik | Tintenchemie | Haptik & Griff | Kostenfaktor |
|---|---|---|---|---|
| DTG (Direct To Garment) | Digitaler pixelgenauer Tintenstrahlauftrag via RIP | Waessrige Titandioxid-Dispersion (TiO2) | Weich, atmungsaktiv, flexibel | Moderat (ca. 0,50–1,50 $ pro dunkles Shirt) |
| Siebdruck | Deckende Plastisol- oder Aetzweiss-Schablone | Hochviskoses PVC-Plastisol | Dick, gummiartig (ausser bei Discharge) | Hohe Ruestkosten / guenstige Tinte |
| DTF (Direct To Film) | Vollstaendige weisse Rueckschicht auf PET-Folie | Waessrige Weisstinte mit TPU-Schmelzkleber | Flexibler Film, leicht spuerbar | Sehr wirtschaftlich fuer Sammelboegen |
| Sublimationsdruck | Keine Weisstinte moeglich (nur helle Stoffe) | Fluechtige Dispersionsfarbstoffe | Kein Farbauftrag spuerbar | Nur fuer 100% weisses Polyester |
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